Seit 2016 sind die eScooter von COUP nicht mehr aus dem Berliner Stadtverkehr wegzudenken. Als 100-prozentige Bosch-Tochter bietet das Startup eine super Alternative zum Carsharing sowie dem öffentlichen Nahverkehr. Denn tatsächlich kostet die Fahrt mit dem umweltfreundlichen eScooter kaum mehr als das Ticket für Bus oder Bahn. Wir haben uns mit dem CFO Thomas Mauer über seine persönlichen Erfahrungen seit der Gründung unterhalten.

Hallo Thomas, die Idee zu COUP entstand 2015. Wie seid ihr damals darauf gekommen, eine Sharing-Plattform für eScooter zu entwickeln?

Wir wollen mit COUP als Mobilitätsdienstleister einen Beitrag leisten, wachsende Probleme urbaner Mobilität auf Basis eines nachhaltigen Geschäftsmodells zu meistern und wieder Spaß in den Individualverkehr in den Städten bringen.

Was zeichnet euch gegenüber vergleichbaren Anbietern aus?

Mit seinen Premium eScootern des Herstellers Gogoro bietet COUP seinen Nutzern eine Hardware, die intuitiv zu bedienen ist und so nicht in Europa erhältlich ist. Die Registrierung in der COUP App dauert nur ca. 5 Minuten, danach kann man direkt den nächstgelegenen eScooter in der App reservieren, buchen und losfahren. Je mehr Anbieter existieren, desto stärker wird die Relevanz als echte Alternative zu bestehenden Verkehrsmitteln. Wir sehen uns nicht primär im Wettbewerb, sondern als Market Maker, um dem eScooter-Sharing grundsätzlich zum Durchbruch zu verhelfen.

Warum habt ihr euch für die Ausgründung als Tochtergesellschaft von Bosch entschieden. Standen auch andere Optionen im Raum?

Vernetzte Mobilitätsdienste wurden von Bosch als attraktives Wachstumsfeld identifiziert. Auch sind vernetzte Services Teil der Unternehmensstrategie im Bereich Connected Mobility Solutions bei Bosch. Die Ausgründung hat uns geholfen, das neue Geschäftsmodell für Bosch schnell umzusetzen.

Wie beeinflusst die Nähe zu eurem Mutterkonzern euren Arbeitsalltag. Müsst ihr viele Entscheidungen abstimmen? Welche Freiräume habt ihr?

Bei COUP versuchen wir die Vorteile aus beiden Welten, das heißt aus Konzern und Start-Up zu verbinden. Der Mutterkonzern ist ein starker Investor, der bereits in vielen Städten weltweit vertreten ist. Gleichzeitig haben wir als Tochtergesellschaft die notwendigen Freiräume für unternehmerische Entscheidungen.

Welche entscheidenden Vorteile hat die Ausgründung für euch als Startup?

Bosch ist ein strategischer Investor für unser Geschäftsmodell und räumt uns die erforderlichen Freiheiten ein. ​ Außerdem hat COUP dadurch Zugriff auf Kernkompetenzen​ von Bosch, z.B. für die Bewertung und Entwicklung von Fahrzeug- und Connectivity-Technologien.

Welche Interessen verfolgt Bosch als einziger Investor von COUP?

Bosch verfolgt mit dem Investment mehrere Ziele. Zu den kurz- und mittelfristigen Zielen gehören der Aufbau eines attraktiven Sharing-Geschäfts sowie der Aufbau von Kompetenzen und Kundenbasis im Endkundengeschäft. Die langfristigen Ziele sind die Verbesserung der Mobilität im urbanen Umfeld, der Einstieg in den Bereich Connected Mobility Services und, heutzutage nicht zu unterschätzen, die Erhöhung der Attraktivität als Arbeitgeber für „Digital Natives“.

Warum ist der E-Mobility-Bereich für Bosch besonders interessant?

Vernetzte Mobilitätsdienste wurden von Bosch als attraktives Wachstumsfeld identifiziert. Auch sind vernetzte Services Teil der Unternehmensstrategie im Bereich Connected Mobility Solutions bei Bosch. So entwickelt Bosch auch bereits Lösungen für ein vernetztes Parkraum-Management, für ein cloud-basiertes Flottenmanagement oder auch app-basierte Mobilitäts-Assistenten zur multimodalen Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel.

Gibt es für andere junge Gründer die Möglichkeit, mit Startup-Ideen an Bosch heranzutreten? Auf welchem Wege erreicht man die zuständigen Entscheidungsträger am besten?

Bosch hat einen eigenen Venture Capital Bereich, der jährlich zahlreiche Unternehmensideen prüft und über die Finanzierung entscheidet.

Auf welche Herausforderungen sollten Unternehmer sich einstellen, die mit großen Konzernen zusammenarbeiten möchten? Gibt es auch Risiken?

Herausforderungen kann es in jeder Zusammenarbeit mit den Investoren geben – unabhängig davon, ob Konzern oder nicht. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man sich der Interessen der Investoren als Unternehmer bewusst ist und sich dazu auch offen mit den Stakeholdern bespricht.

COUP befindet sich seit 2016 auf der Überholspur. – Welche Voraussetzungen müssen aus deiner Sicht gegeben sein, um ein Startup zum Erfolg zu führen?

Die Geschäftsidee sollte einen tatsächlichen Kundenbedarf bedienen. Städtische Mobilität ist heute vielfach keine positive Erfahrung und wir möchten den Fahrspaß wieder zurück in den Individualverkehr bringen. COUP wäre nicht gegründet worden, wenn in dem Markt kein signifikantes Geschäftspotenzial gesehen worden wäre.

Nach Berlin startet ihr aktuell in Paris und Madrid durch. Warum gerade diese drei Städte? Welche nächsten großen Schritte sind geplant?

Unsere City Zero Berlin hat gezeigt, dass COUP in großen Städten sehr erfolgreich ist, weshalb wir uns für Paris als zweiten und Madrid als dritten Standort entschieden haben. Alle drei Städte verbindet die Parkplatznot, Stau etc. COUP will helfen, die Herausforderungen urbaner Mobilität vor Ort zu lösen und bietet den Kunden daher eine Alternative zum Mobilitätsangebot in den Metropolen. Außerdem testet COUP mit einem Pilotprojekt in Tübingen gerade die Erweiterung des bestehenden Geschäftsmodells, indem man mit lokalen Partnern auch in kleineren Städten zusammen arbeitet.

 

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