Fachkonferenz „Start-up Kooperation“ in München

Wie Unternehmen von Start-ups profitieren und vice versa lautete das Thema der ersten von SZ Veranstaltungen organisierten Fachkonferenz rund um das Thema „Start-up Kooperation“. Vergangenen Februar versammelten sich zahlreiche Unternehmensvertreter aus Mittelstand und Konzernen in München, um sich in Fachvorträgen und Diskussionen zu den bisherigen Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Start-ups auszutauschen. Dabei wurden sowohl die Motive für Kooperationen als auch mögliche Formen der Zusammenarbeit diskutiert. Mit dabei war auch das Team von Ambi-Vation, welches sich bei den Organisatoren von SZ Veranstaltungen für die hervorragende Organisation bedanken möchte.

 

Ablauf der zweitägigen Konferenz

Eröffnet wurde die Konferenz durch den erfahrenen Business Angel Willem Bulthuis, der die Veranstaltung moderierte und mit einem kurzen Impulsvortrag in das Thema einstieg. Es folgte ein breites Feld an Experten und Unternehmensvertretern aus den unterschiedlichsten Branchen, welche in Fachvorträgen von ihren bisherigen Praxiserfahrungen berichteten. Nach jeweils drei Vorträgen und einer kurzen Zusammenfassung durch den Moderator wurde die Diskussion für das Publikum geöffnet und anschließend in kleinerer Runde vor dem Saal vertieft. Aufgeteilt waren die Vorträge in vier große Themenbereiche:

  • Sicht der Corporates: Wie etablierte Unternehmen von Start-ups profitieren
  • Erfahrungen von Start-up-Netzwerken und Investoren
  • Erste Schritte auf dem Weg zu Start-up-Kooperationen
  • Die tägliche Realität

 

Impressionen

 

Nachbericht zur Fachkonferenz

Den Einstieg in den ersten Themenblock machte Peter Guse, Geschäftsführer der Robert Bosch Start-up GmbH. Dieser definierte zunächst mit Disruption und der Generation Y zwei zentrale Treiber für die Zusammenarbeit mit Start-ups aus Konzernsicht. Mit Motiven für die Zusammenarbeit beschäftigte sich zunächst auch Alexander Popp von der Trumpf GmbH & Co. KG und führte anhand von Beispielen bereits erfolgter Zusammenarbeiten sein Verständnis von Konzernen als strategischer Partner für Start-ups aus. Abgerundet wurde der erste Vortragsblock durch die Vorstellung des noch jungen Inkubators Fluxunit GmbH (Osram) und dessen Ansatz, sowohl Externe als auch interne Mitarbeiter für Start-ups und neue Geschäftsmodelle zu motivieren.

Es folgte ein Vortrag von Martin Fröhlich vom Innovationslabor d.lab der Deutschen Bahn. Dieser fasste seine bisherigen Erfahrungen mit den sich aus der Konzernstruktur ergebenden Herausforderungen bei der Zusammenarbeit mit Start-ups zusammen. Zentral war dabei die Aussage, dass neben flexiblen Strukturen vor allem ein interner Partner im Konzern bedeutend sei, da dieser Start-ups und neuen Geschäftsmodellen Zugang zu Ressourcen und Entscheidungsträgern ermöglichen müsse. Der darauffolgende Vortrag brachte den Zuhörern in atemberaubendem Tempo die Arbeitsweisen und Methoden von Start-ups näher und machte alleine durch die Geschwindigkeit der Präsentation den Unterschied zu der vielzitierten „Speedboat/Tanker“-Metapher deutlich. Es folgte eine Vorstellung von RIO, einer neuen Marke aus dem MAN- bzw. Volkswagenkonzern mit der internen Zuständigkeit für konzernweite Digitalisierungsprojekte.

Nach einem gesprächsreichen Mittagessen verlagerte sich die Konzernsicht auf Netzwerke und Investoren. Den Anfang machte HTGF Geschäftsführer Dr. Alex von Frankenberg mit seinen bisherigen Investmenterfahrungen und der These, dass sich (Corporate) Venture Capital vor allem für inkrementelle Innovationen eigne. Als nach weiteren Vorträgen der Partner der Kanzlei Osborne Clarke, Dr. Martin Sundermann erneut die „Tanker“-Metapher bemühte, neigte sich der Nachmittag bereits dem Ende. Zentral bei dem Vergleich war für den Anwalt die dringend benötigte Position des Lotsen, der sowohl Tanker als auch Schlepper koordiniere und durchaus auch von außen kommen könne. Nach einer erneuten Diskussion über geeignete Instrumente der Beteiligung und deren vertragliche Ausgestaltung, verlagerte sich die Konferenz zum gemeinsamen Abendessen in das um die Ecke gelegene Wirtshaus.

Den Auftakt für den zweiten Konferenztag erfolgte durch Markus Köpschall von der Festo AG & Co. KG, indem er von bisherigen Kooperationserfahrungen und deren Vorteilen und Herausforderungen berichtete. Um von theoretischen Modellen und Konzepten abzuweichen, wurde anhand eines Kurzfilms die Zusammenarbeit mit dem Start-up Proglove vorgestellt. Es folgte ein Vortrag über den Corporate Venture Capital Ansatz bei der Media-Saturn-Holding GmbH, bei welchem die Referentin Juliane Schiefer die Wichtigkeit von Corporate Venture Capital als Schnittstelle und Brückenbauer in Konzern hervorhob. Im weiteren Tagesverlauf verlagerte sich das Thema auf Diskussionen zu Erfolgsfaktoren, einer Fehlerkultur und der kritischen Betrachtung des Acceleratoren-Konzeptes.

Nach einer sehr positiven Resonanz und dem guten fachlichen Austausch der ersten Fachkonferenz, ist für den 22. und 23. November 2017 bereits die zweite Fachkonferenz Start-up-Kooperation geplant. Der Themenschwerpunkt wird auf Automotive & Mobility liegen, weshalb die Veranstaltung in Ludwigsburg, nahe Stuttgart stattfinden wird. Ebenfalls dabei sein wird das Team von Ambi-Vation. Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an die Organisatoren des SZ Verlags oder direkt an uns.

Das vorläufige Programm für die 2. Fachkonferenz finden Sie hier.

 

Über Ambi-Vation
Ambi-Vation verbindet innovative Unternehmen und Startups für Innovations-Partnerschaften. Dabei forciert Ambi-Vation als Innovationsberatung und Match-maker die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups im Rahmen eines allgemeinen Austauschs sowie im Rahmen von konkreten Kunden-, Lieferanten- und Forschungspartnerschaften. Konkret unterstützt Ambi-Vation Unternehmen bei der Bedarfsidentifikation, Startupidentifikation, Startupbewertung und Kooperationsanbahnung der Zusammenarbeit. Dazu dienen Formate wie beispielsweise die Recherche von relevanten Startups, ein Startup-Monitoring, strategische Kooperationsberatung oder Eventformate wie Startup Touren. Der monatliche Newsletter informiert zudem neugierige Unternehmensvertreter über aktuelle Kooperationsbeispiele und Events zu diesen Kooperationen.