Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Start-ups in der Branche der Erneuerbaren?
Neben den offensichtlichen Herausforderungen wie der Finanzierung von innovativen Lösungen, gibt es viele weitere Besonderheiten, die Start-ups bewältigen müssen. Zum einen haben wir es mit einem sehr diversen und agilen Markt zu tun. Hier die richtigen Kooperationspartner, Netzwerke und Kontakte zu finden, ist keine leichte Übung, zumal die hohe Regulierungsdichte den Markteintritt teilweise erschwert. Zum anderen haben wir es im Umfeld der Energiewirtschaft mit einer Industrie zu tun, in der die Veränderungszyklen bei Technik und Prozessen sehr lang sind – für junge und dynamische Start-ups keine leichten Rahmenbedingungen.

Auf welche Trends können Start-ups dabei setzen?
Die Energiebranche befindet sich im Umbruch hin zu CO2-Freiheit und erneuerbaren Energien. Strukturveränderungen und der Trend hin zu einer dezentralen Energieversorgung erfordern nicht nur neue Ideen und Produkte, sondern auch eine gewisse Flexibilität. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung sind Start-ups in diesem Bereich ganz klar als Beschleuniger der Energiewende zu sehen und haben durchaus Wettbewerbsvorteile. Dabei finden sie sich auf einem Energiemarkt wieder, der ganz anderen Regeln folgt, als noch vor einigen Jahren.

Wie können Unternehmen wie InnoEnergy Start-ups bei der Innovationsentwicklung unterstützen?
InnoEnergy liefert mehr als rein finanzielle Unterstützung: Wir investieren in Start-ups, ermöglichen aber auch den Zugang zum Markt. Mit unserem Partnernetzwerk schaffen wir Verbindungen in ganz Europa und ermöglichen so jungen Unternehmen eine schnellere und effizientere Realisierung ihrer Geschäftsidee. Wir legen dabei unsere Dienstleistungen individuell mit dem Gründerteam fest und begleiten den gesamten Prozess etwa mit erfahrenen Coaches, die über eine umfassende Marktkenntnis verfügen. Dadurch bringen wir beispielsweise Kompetenzen in Vertrieb oder Finanzierung mit ein, eröffnen Zugänge zu Pilotierungspartnern und schaffen so ein wirklich einzigartiges Ökosystem.

Können Sie ein aktuelles Beispiel beschreiben?
Die Bandbreite der Innovationen, die wir bei InnoEnergy unterstützen, ist sehr groß. Da gibt es Start-ups aus Deutschland, wie beispielsweise das Unternehmen vilisto, das einen intelligenten, KI-basierten Heizkörperthermostat entwickelt, mit dem sich enorme Heizkosteneinsparungen bei B2B-Kunden erzielen lassen. Oder Skeleton Tech aus Estland, deren Entwicklung von Energiespeichern wir aus einem Innovationsprojekt heraus unterstützen. Einen guten Überblick über die durch uns unterstützten Innovationen bietet ja auch unser jährlich stattfindendes Event „TBB – The Business Booster“.

Richtig. Sie haben den TBB ins Leben gerufen, um Start-ups, Industrieexperten und Finanzinvestoren zusammenzubringen, um sich auszutauschen, Impulse, Kontakte und Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen und gemeinsam nachhaltige Energiekonzepte und innovative Lösungen zu erleben. Was erwartet die Besucher und was ist in diesem Jahr neu?
Der TBB ist das führende Event für nachhaltige Energie in Europa und gleichzeitig auch das beste Beispiel dafür, was InnoEnergy als Innovationsmotor so ausmacht. Auch beim diesjährigen TBB in Kopenhagen bringen wir an zwei Tagen unser gesamtes Netzwerk aus Start-ups, Branchenexperten, Politikern und Investoren an einem Ort zusammen und präsentieren rund 150 spannende Lösungen zu nachhaltiger Energie. Besucher können so wirklich erleben, was wir in dieser Branche alles bewirken und bewegen. Neben hochkarätigen Keynote-Speakern, Round-Table-Diskussionsrunden zu unterschiedlichen Themen der Energiebranche sowie einem Open Innovation Village, wird es dieses Jahr auch Reverse Pitches geben, bei denen Start-ups und Innovatoren in kurzen Q&A-Sessions Rede und Antwort zu spannenden Energiefragen stehen werden.

Herr Dr. Bessau, Sie sind schon lange im Innovationsgeschäft, was überrascht Sie noch?
Ich bin persönlich immer noch sehr positiv überrascht, wie unglaublich dynamisch die Start-up-Szene mit den jungen Gründern ist. Für einige junge Talente ist heute der Weg als Gründer eine echte Karriereoption und Alternative zu klassischen „Berufswegen“. Genau diese Dynamik brauchen wir, wenn wir Energieinnovationen erfolgreich umsetzen wollen.

Über Dr. Dirk Bessau
Dr. Dirk Bessau leitet das Berliner Büro von InnoEnergy. InnoEnergy ist der Innovationsmotor für nachhaltige Energie in Europa und unterstützt Start-ups bereits in der Frühphase. Er blickt auf langjährige Erfahrung in der Energiewirtschaft zurück und begann seine berufliche Laufbahn 2002 im Energiemarkt bei einem Versorgungsunternehmen. Darüber hinaus war er General Manager eines Unternehmens mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien. Es folgten zwei Führungspositionen in der Energiewirtschaft: Zum einen im größten Verband für erneuerbare Energien und zum anderen beim Aufbau eines der beiden deutschen Gasmarktgebiete.

 

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Über Ambi-Vation
Ambi-Vation verbindet innovative Unternehmen und Startups für Innovations-Partnerschaften. Dabei forciert Ambi-Vation als Innovationsberatung und Match-maker die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups im Rahmen eines allgemeinen Austauschs sowie im Rahmen von konkreten Kunden-, Lieferanten- und Forschungspartnerschaften. Konkret unterstützt Ambi-Vation Unternehmen bei der Bedarfsidentifikation, Startupidentifikation, Startupbewertung und Kooperationsanbahnung der Zusammenarbeit. Dazu dienen Formate wie beispielsweise die Recherche von relevanten Startups, ein Startup-Monitoring, strategische Kooperationsberatung oder Eventformate wie Startup Touren. Der monatliche Newsletter informiert zudem neugierige Unternehmensvertreter über aktuelle Kooperationsbeispiele und Events zu diesen Kooperationen.