Start-ups und etablierte Groß-Unternehmen unterscheiden sich kulturell für gewöhnlich stark. Dass sie trotzdem unkompliziert und auf Augenhöhe kooperieren können, zeigt die Zusammenarbeit des Start-ups clickbits mit dem ERP- und HR-Software-Anbieter Sage.

clickbits ist 2011 mit seiner cloudbasierten Arbeitszeiterfassung „clockodo“ in den Markt gestartet und überzeugt inzwischen über tausend kleine bis mittlere Firmen, Freiberufler und Selbständige vor allem durch ein verblüffend einfaches Handling und liebevoll gestaltete Screens, die für Anwenderfreude bei der täglichen Zeiterfassung sorgen.

 Die Software "clockodo" unterstützt kleine bis mittlere Firmen, Freiberufler und Selbständige bei der täglichen Zeiterfassung

Die Software „clockodo“ unterstützt kleine bis mittlere Firmen, Freiberufler und Selbständige bei der täglichen Zeiterfassung

clickbits neuer Partner, die international aufgestellte Sage Group, gehört unter anderem zu den führenden Anbietern von ERP- bzw. HR-Lösungen für den Klein- und Mittelstand. Mit ihrem Lohnabrechnungstool „Sage Entgelt & Personal“ setzt Sage – ähnlich wie clickbits mit „clockodo“ – auf maximale Vereinfachung für User. Die Komplementarität und die vergleichbare Philosophie hinter der Nutzerführung sind der Grundstein für die Partnerschaft der beiden – auf den ersten Blick ungleichen – Unternehmen.

Die beiden clockodo-Entwickler und Gründer des sieben Mann starken Start-ups berichten über ihre vielversprechende Konzern-Partnerschaft im Kurz-Interview mit Ambi-Vation:

Von wem ging die Initiative zur Kooperation aus?

Moritz Hofmann: „Sage ist auf uns zugekommen. Der Manager für strategische Partnerschaften hat uns kontaktiert, da er ergänzende Software-Lösungen für „Entgelt & Personal“ suchte.“

Welche gegenseitigen Erwartungen/Zielvorstellungen an die Partnerschaft wurden im Vorfeld formuliert?

Thomas Romanek: „Die Partnerschaft sollte den Kunden beider Firmen eine funktionale Ergänzung bieten. Darüber hinaus erhofften wir uns durch die Kooperation eine größere Bekanntheit im Kundenstamm des Partners.“

Moritz Hofmann und Thomas Romanek

Die Gründer hinter clockodo: Moritz Hofmann (links) und Thomas Romanek (rechts) von der Firma clickbits

War die Entwicklung der Kooperation einem festen Prozess unterworfen, der von Sage vorgegeben wurde?

Moritz Hofmann: „Nein, die Ausgestaltung der Kooperation war zu Beginn noch offen. Der Grundgedanke war, dass beide Produkte technisch sehr ähnlich sind (SaaS-Modell, einfache Bedienbarkeit) und sich funktional ergänzen. Auf dieser Basis suchten wir nach Möglichkeiten, dem Kunden eine durchgängige Lösung zu bieten. Rund zwei Monate nach den ersten Gesprächen haben wir eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die die rechtlichen Rahmenbedingungen absteckte. Grundlage war eine von Sage standardisierte Online-Partner-Vereinbarung aus der Rechtsabteilung der Firma.“

Wie war der Umgang miteinander? Eher förmlich oder freundschaftlich?

Thomas Romanek: „Von beidem etwas: eher förmlich, aber sehr freundlich. „Sage Entgelt & Personal“ ist eine eigene, recht junge Abteilung bei Sage, die bewusst „Start-up-Charakter“ hat, was auch in großen Teilen so übermittelt wird. Trotzdem bemerkt man die Integration in die Konzernstrukturen und -gepflogenheiten.“

Fühlt sich die Kooperation nach Partnerschaft auf Augenhöhe an?

Moritz Hofmann: „Ja, von Beginn an! Sämtliche Entscheidungen darüber, wie die Zusammenarbeit aussehen soll, wurden zusammen getroffen. Sage hat hier keine wesentlichen Bedingungen diktiert. Wir konnten jederzeit eigene Ideen einzubringen und haben immer gespürt, dass beide Partner für beide Produkte einen Mehrwert schaffen wollten.“

Wie weit wurden die anfangs gesteckten Ziele erreicht?

Thomas Romanek: „Die funktionale Verknüpfung von „Sage Entgelt & Personal“ mit „clockodo“ ist seit März dieses Jahres aktiv. Seitdem bieten wir beide auf unseren Produktmarketing-Seiten offensiv die komplementären Lösungen des anderen an und stehen mit Sage im Kontakt, um Supportfragen zu klären. Einige Kunden haben bereits die Schnittstelle ausprobiert, und das gegenseitige Marketing hat auch zu zusätzlichen Registrierungen geführt. Um den Erfolg der Partnerschaft zu bewerten, ist es aber noch viel zu früh. Wir freuen uns trotzdem schon jetzt, den Schritt getan zu haben und mit einem bekannten Partner operieren zu können.“

Welche Schritte in der Kooperation sollen noch folgen?

Moritz Hofmann: „Wir beobachten die Schnittstellen-Nutzung intensiv und werden sie – wo immer möglich – noch weiter verbessern. Dabei setzen wir vor allem auf das Feedback der Kunden. Außerdem hat sich schon jetzt eine weitere Verknüpfungsmöglichkeit ergeben, die bereits genutzt wird: Sage bietet unser Tool seit Kurzem als Zusatzmodul für die Handwerker-Lösung „HWP“ an. Vielleicht bieten sich künftig auch mit anderen Produkten aus dem Sage-Spektrum Optionen zur Co-Vermarktung an.“

Vielen Dank für die spannenden Einblicke und weiterhin viel Erfolg!

Nutzer von Sage Entgelt & Personal finden im Sage Blog, clockodo Nutzer im clockodo Blog nähere Informationen zur Kooperation.

Mehr zum Thema Startup-Kooperationen lesen Sie in unserem Artikel „Kooperationsformen zischen Startups und etablierten Unternehmen„.

Über Ambi-Vation
Ambi-Vation verbindet innovative Unternehmen und Startups für Innovations-Partnerschaften. Dabei forciert Ambi-Vation als Innovationsberatung und Match-maker die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups im Rahmen eines allgemeinen Austauschs sowie im Rahmen von konkreten Kunden-, Lieferanten- und Forschungspartnerschaften. Konkret unterstützt Ambi-Vation Unternehmen bei der Bedarfsidentifikation, Startupidentifikation, Startupbewertung und Kooperationsanbahnung der Zusammenarbeit. Dazu dienen Formate wie beispielsweise die Recherche von relevanten Startups, ein Startup-Monitoring, strategische Kooperationsberatung oder Eventformate wie Startup Touren. Der monatliche Newsletter informiert zudem neugierige Unternehmensvertreter über aktuelle Kooperationsbeispiele und Events zu diesen Kooperationen.